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cortility trotzt dem Fachkräftemangel und rekrutiert in Spanien

Während die deutsche Wirtschaft brummt und die Auftragsbücher landauf, landab voll sind, gibt es einen Aspekt, der beständig Sand ins Getriebe streut: der akute Fachkräftemangel.

Um neue Mitarbeiter zu gewinnen, muss man aber nicht nach Asien schielen oder auf eine weitere Welle von Green-Card-Indern warten wie das Beispiel von cortility zeigt. 


Die cortility gmbh hat ihre mit Kernkompetenzen in den Bereichen SAP für die Versorgungswirtschaft (SAP for Utilities) sowie für SAP Kundenbeziehungsmanagement (SAP CRM). Hervorgegangen aus der cormeta ag, verfügt das Unternehmen über einen klaren Fokus und ist schlank und flexibel aufgestellt, um auf viele Herausforderungen schnell reagieren zu können. Auch für den Umgang mit dem Fachkräftemangel haben sich die SAP-Spezialisten nun ganz neue Wege ausgesucht, wie Klaus Nitschke, Prokurist des Unternehmens erklärt: „Wir können mit unserem bisherigen Vorgehen bei der Rekrutierung geeigneten Nachwuchses nicht mehr unseren Bedarf decken. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, in Spanien aktiv auf dem Arbeitsmarkt aufzutreten.“


Der in der Branche gut eingeführte Namen cormeta, die Erfolge als SAP-Channel Partner sowie die arbeitnehmerfreundlichen Rahmenbedingungen haben bislang dazu geführt, dass sich Hochschulabsolventen, Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg sowie gestandene Entwickler und Berater für das Unternehmen entschieden haben. Doch seit der „War for Talents“ tobt, wird es zunehmend schwierig für kleinere IT-Häuser. „Flexibilität und Innovationsfreude haben uns von je her ausgezeichnet, das zeigt sich nun auch in unserer Personalwirtschaft“, gibt sich Nitschke kämpferisch.


Während in Deutschland mittlerweile talentierte Hochschulabgänger aus naturwissenschaftlichen oder Ingenieursstudiengängen fast schon die freie Arbeitsplatzwahl haben, stehen allzu viele ihrer Kommilitonen in Spanien einem kollabierten Arbeitsmarkt gegenüber. Sensibilisiert durch den akuten Bedarf und mit Hilfe einer spanischen Marketing-Fachkraft im Haus kamen die spanischen Absolventen ins Augenmerk der cortility. Denn Vieles spricht für sie: Hohe Ausbildungsstandards, keine arbeitsrechtlichen Beschränkungen, hohe Flexibilität. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung nennt das Unternehmen neben dem Abschluss in vorzugsweise naturwissenschaftlichen Fächern oder Mathematik sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch für Entwickler sowie zumindest ausbaufähige Grundkenntnisse in Deutsch.


Der erste Versuch blieb jedoch erfolglos. „Wir haben den Fehler begangen, unsere für den deutschen Arbeitsmarkt entworfenen Stellenausschreibungen eins-zu-eins ins Spanische zu übertragen. Erst mit Hilfe  des  Leiters einer spanischen Beratungsstelle für Absolventen haben wir gelernt, wie dort eine Anzeige erfolgreich wird. So sollte man beispielsweise zwingend einen konkreten Gehaltsrahmen nennen“, rät Nitschke.


Außerdem war es eine gute Idee, Universitäten und Technische Hochschulen in Madrid direkt zu kontaktieren und das Vorhaben zu besprechen. Seitens der Hochschule erhielten die cortility-Verantwortlichen sofort Unterstützung. Die Ausschreibungen wurden an Schwarzen Brettern ausgehängt und in der Online-Jobbörse der Uni veröffentlicht. „Und schließlich bietet uns eine Hochschule auch Räume zur Verfügung, wo wir unsere Vorstellungsgespräche abhalten können. 


Noch sind die Verfahren offen. Aber die Resonanz auf die angepassten Stellenangebote war so gut, dass cortility diesen Weg sicher wieder beschreiten werde, wenn es notwendig sein sollte, schließt Nitschke zufrieden.


 


03.2012
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